Archiv für Januar 2010

Die antideutsche und die radikale Linke

Politisches Radio hören mit Youtube. Toll. :D
(Ein Interview mit einem Phase2-Redaktuer aus dem jJahr 2004)

Antisemitismus&Krise

Veranstaltungsreihe von Gruppe Disparat und Emanzipative & Antifaschistische Gruppe in Berlin:
Wer sich die Frage „Was ist Antisemitismus?“ stellt, stößt unweigerlich auf die Bestimmung des Antisemitismus als ideologische und reaktionäre Welterklärung einer undurchsichtigen Gesellschaft. Der Antisemitismus nimmt die Welt als von fremden und bösen Mächten gelenkt war. Gemeinhin wird von Antisemitismus dann gesprochen, wenn Jüdinnen und Juden aufgrund ihrer Religion diskriminiert, verfolgt oder gar ermordet werden. Vor jeder antisemitischen Praxis von Diskriminierung und Verfolgung steht jedoch die antisemitische Ideologie, die entscheidend dafür ist, dass überhaupt erst „der Jude“ als Schuldiger ausgemacht wird. Zeigte sich der Antisemitismus im historischen Kontext des gesamten christlichen Abendlandes, seiner modernen Entwicklungen im 19. Jahrhundert bis hin zu Auschwitz als Ausdruck der Barbarei und dem Bruch einer gesamten Gesellschaftsform, macht er sich heute im Gesellschaftlich-Unbewussten erkennbar. In der kapitalistischen Gesellschaft entpuppt sich der Stereotyp, der Wahn (anti-)kapitalistischer Krisenbewältigung. Steht erst einmal die Misere vor der Tür, ist die konkrete Feindbestimmung die, die sich gegen das „gierige“ Finanzkapital richtet. Ausgeblendet wird dabei der Gesamtprozess des kapitalistischen Funktionszusammenhangs. Anstatt den Kapitalismus als Ganzes oder System zu kritisieren, wird hinter dem Kapitalismus eine bewusste Verschwörung und Machenschaft, die fremde Macht, herbei halluziniert. Doch nicht nur in der kapitalistischen Gesellschaft und seinen Krisen zeigt sich die Sparte des Antisemitismus. Es gilt zu analysieren, wo und wie sich der Antisemitismus im Gesellschaftlich-Unbewussten manifestiert hat.
Die Veranstaltungsreihe „Antisemitismus und Krise“ soll einige Aspekte des Antisemitismus offen legen und durch kritische Analyse diesem das Fundament entziehen.
Antisemitismus&Krise
30.01.2010 // Micha Böhme
Workshop: Psychoanalyse und Antisemitismus
12-18 Uhr – JUP (Florastr. 84, 13187 Berlin)

04.02.2010 // Martin Dornis
Wirklichkeit und Permanenz der Krise –
von der gewaltförmigen Vergleichung zum Massenwahn
19 Uhr – in den Räumen des Subversiv e.V. (Brunnenstr. 7, 10119 Berlin)

11.02.2010 // Gerhard Stapelfeldt
Neoliberalismus und Antisemitismus
19 Uhr – Alice-Salomon-Hochschule, Audimax (Alice-Salomon-Platz 5, 12627 Berlin)

26.02.2010 // Ljiljana Radonic
Finanzkapital, USrael und Antisemitismuskeule -
Eine Einführung in die Antisemitismustheorie
19 Uhr – Tristeza (Pannierstr. 5, 12047 Berlin)

04.03.2010 // Stephan Grigat
Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur
und ihrer Bedrohung für Israel
19 Uhr – Humboldt-Universität-Berlin (Unter den Linden 6, 10099 Berlin)

11.03.2010 // Luise Schirmer
„Stalin hat uns das Herz gebrochen“ – Antisemitismus in der DDR
19 Uhr – Projektraum Neukölln (Hermannstr. 48, 12049 Berlin)

18.03.2010 // Tanja Kinzel
Sexismus und Antisemitismus
19 Uhr – K9 (Kinzigstr.9, 10247 Berlin)

Mai 2010 // Gerhard Scheit
Der Wahn vom Weltsouverän
Auf Ankündigungen achten……

Hitzefrei bei jedem Wetter

Deutschlands wichtigste Ressource – oder wie Kinder in einem menschenverachtenden System erzogen werden
hitzefrei
Flugbuch der AG „Hitzefrei bei jedem Wetter“ in der redical M.
Erschienen im November 2009 und an dieser Stelle wärmstens zum Lesen empfohlen.

Rechte Burschen feiern in Wien

Auf Indymedia gibt es eine ganz gute Zusammenfassung zum WKR-Ball in Wien und der Bedeutung von Burschenschaften in Österreich allgemein. Außerdem ist ein Mobilisierungsvideo aufgetaucht:

Video by http://antifaw.blogsport.de

Rechte Burschen feiern in Wien
Am 29.Januar findet in Wien wieder ein Großevent der Rechten Szene statt.
Der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) in der Wiener Hofburg. Jedes Jahr kommen etwa 2.000 Besucher_innen zum Rechtswalzer nach Wien– der WKR Ball ist damit das größte “couleurstudentischen Gesellschaftsereignis“ im deutschsprachigen Raum.

Was ist der WKR?
Im WKR sind die am weitesten rechts stehenden, deutschnationalen Burschenschaften vereinigt.
Allen im WKR organisierten Gruppen kann ein sexistisch und reaktionäres Weltbild bescheinigt werden. Bei einigen geht es aber noch deutlich weiter…
Die bekannteste Verbindung die sich im WKR organisiert ist sicherlich die Burschenschaft Olympia, die momentan auch den Vorsitz im WKR innehat.
Der erste politische Tote der zweiten Republik geht aufs Konto dieser Burschenschaft. Bei einer Demo 1965 gegen den antisemitischen Universitätsprofessor Taras Borodajkewycz wurde der Antifaschist Ernst Kirchweger vom Olympen Günther Kümel so schwer verletzt, dass er wenige Tage später an den Verletzung verstarb. Ebenfalls prominent beteiligt waren Olympen bei mehrern Bombenanschlägen in Südtirol in den 1960er Jahren, was auch zu ihrer vorübergehenden Auflösung führte. Der Holocaustleugner David Irving wurde 2005 auf dem Weg zur Bude der Olympia verhaftet.
Aber nicht nur bei der Olympia trifft sich die rechtsextreme und neonazistische Szene.
Egal ob Gottfried Küssel, Gerd Honsik, Norbert Burger oder Franz Radl jun.
Nahezu die gesamte Prominenz des österreichischen Rechtsextremismus enspringt dem korporierten Milieu.

Der Ball.
Der Ball dient vorallem der Vernetzung von FPÖ, Burschenschaften und anderen österreichischen und europäischen FaschistInnen und rechts-außen Gruppierungen.
Neben Vertreter_innen der beiden österreichischen Rechtsparteien waren in den letzten Jahren Führungkader von Pro Köln, Pro NRW, Vlaams Belang, Dänische Volkspartei, DVU, Front National, der SVP aus der Schweiz und anderen europäischen Rechtparteien am WKR-Ball vertreten.
Daneben rufen auch die üblichen Naziseiten, wie die neonazistische Plattform „alpen-donau“ dazu auf den Ball zu besuchen.

Proteste dagegen
In den letzen Jahren gab es massiven Protest gegen das rechte Tanz- und Vernetzungevent.
Heuer gibt es bereits im vorhinein eine ganze Reihe an Veranstaltungen, die sich mit den reaktionären Männerbünden und ihrer Ideologie beschäftigen.
Am Tag des Balles rufen auch heuer verschiedene linke Gruppen unter dem Motto „En Garde. WKR-Ball anfechten!“ zu einer antifaschistischen Demonstration auf.Innerhalb dieser Demo gibt es Aufrufe zu verschiedenen Aktionsformen, wie z.b. einen Fahradblock oder einen Queer-feministischen Block,…
Die nowkr – Demo hat sich in den letzen Jahren sicherlich zu einer der größten Antifa Demos in Österreich entwickelt, dementsprechend wird auch von Seiten der FPÖ jedes Jahr vor der dem WKR-Ball gegen die „Linksterroristen“ und „deutschen Berufsdemonstranten“ gehetzt.
Neben der Demo soll es auch dezentrale Aktionen und Blockaden geben. In unmittelbarer Nähe des Burschiballs soll auch ein linkes Strassenfest stattfinden. Danach gibt es noch eine After-Demo Party im Ernst Kirchweger Haus (EKH) und am nächsten Tag den Antifa Kongress, der Platz zu Vernetzung und Diskussion bieten soll.
Wir sehen uns hoffentlich am Freitag, nach Wien kommen zahlt sich jedenfalls aus…
In diesem Sinne: WKR-Ball zum Desaster machen!

mehr zum Thema:
http://at.indymedia.org/node/16830
http://nowkr.wordpress.com

Wien: En Garde! WKR-Ball anfechten!

Nicht gerade um die Ecke, aber gut, richtig und wichtig:

Aufruf – Gegen das rechtsextreme Tanzevent in der Hofburg
Demo gegen den rechtsextremen WKR-Ball
29.1.2010 – 18:00 Uhr / Europaplatz Wien

Antifa-Kongress im Depot am 30.01.2010
Nachdem wir an diesem Wochenende nicht nur den Schmissgermanen die Feier vermiesen, sondern es auch mit antifaschistischen Inhalt füllen wollen, gibt es am Tag nach der Demo den Antifa-Kongress. Dieser soll Raum bieten für Vernetzung von antifaschistischen Aktivitäten in Hinblick auf ein paar Interventionsmöglichkeiten im Jahr 2010 wie z.B. beim Naziaufmarsch am 13. Februar in Dresden oder bei den deutsch-völkischen Feierlichkeiten zum 10. Oktober in Koroška/Kärnten. Zudem soll auch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen angeregt werden. Drei Vorträge zum Thema „Kärntner Slowen_innen in der deutschen Volksgemeinschaft“, „Keine Versöhnung mit Deutschland – Gegen deutsche Opfermythen, Naziaufmarsch und bürgerliches Gedenken“ und „Perversion und Glück – Bürgerliche Männlichkeit im Bund: Faschos, Homos, Sados“, stehen für interessierte Menschen offen zum lauschen und mit diskutieren.

No Wkr Real by alerta antifascista

Das beste Plakat 2009

Das beste Plakat 2009 kann aktuell bei politischesplakat.blogsport.de nominiert werden und irgendwann demnächst gibt es dann eine richtige Abstimmung. Das Projekt politisches Plakat hat zur Zeit schon fast 2000 Plakate auf 10 Flickr-Accounts digital dokumentiert. Neben älteren Plakaten auch ganz aktuelle:
HH-Plakat

30.01. FF/M: „Die Uni gehört allen“

FFM3001

Die Ausrichtung aller Lebensbereiche auf ihre Verwertbarkeit verschärft sich. Flankiert wird diese Entwicklung durch autoritäre Maßnahmen und die Kriminalisierung sozialer Widerstände. Stechuhren, Hartz IV, Ausbildungsplatzmangel, Exzellenzinitiativen, Selektion an Schulen und Hochschulen, Abschiebungen und „blue cards“ nur für „hochqualifizierte“ Migrant_innen, all das sind nur einige Kennzeichen einer ausgrenzenden Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in der nicht die Menschen und ihre Bedürfnisse, sondern ihre Verwertbarkeit im Mittelpunkt steht.

Die Frankfurter Stiftungsuniversität kann hierfür als eine der Pioniere gelten. Studierende besetzten dort Ende November eines der Gebäude der Goethe-Uni, das regelmäßig an Konzerne vermietet wird. Sie wollten dort Raum und Zeit für eine kritische Auseinandersetzung schaffen. Am 02.12.2009 wurde dieser studentische Protest gewaltsam durch die Polizei beendet. Seitdem herrscht Ausnahmezustand an der Frankfurter Universität: Kritischen Studierenden drohen die Zwangsexmatrikulation und Strafverfahren, immer wieder patrouilliert Polizei auf dem Campus und der Universitätsbetrieb wurde mehrfach durch Aussperrungen lahm gelegt.

Auch in vielen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens kommt es immer öfter zu sozialen Konflikten. Arbeiter_innen, Azubis, Schüler_innen, Studierende, von Abschiebung Bedrohte, Erwerbslose und andere gehen auf die Straße. Dabei verweisen all diese Proteste auf die Möglichkeit einer gemeinsame Forderung: Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich nach den Menschen zu richten, nicht nach Profitinteressen. Die Organisierung der Gesellschaft muss von den Menschen selbst bestimmt sein. Um wirklich etwas zu verändern, müssen wir genau dies als gemeinsames Ziel formulieren und erkämpfen.

Statt den kürzenden, ausschließenden, überwachenden Staat um Hilfe anzurufen, müssen wir gemeinsam auf die Straße gehen und dafür kämpfen, dass die Schule unsere Schule, die Uni die Uni aller, die gesellschaftliche Produktion nach den Bedürfnissen aller – das Leben ein selbstbestimmtes Leben sein soll. Die Uni gehört Allen! Für freie Bildung und ein selbstbestimmtes Leben! Unser Leben in unsere Hände! Für die radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche!

Mobilisierungsvideo Demonstration Bildungsstreik Frankfurt am Main „Die Uni gehört allen“ from memo perez on Vimeo.

sozialrevolutionärer und antinationaler Aufruf:

FF/M

BTW.: Nie wieder (Schul-)Klassen! by STRASSEN AUS ZUCKER

Justiz in M-V ist unabhängig – Presse auch

Barbara Borchardt von der Linkspartei hat die Justiz in Deutschland als „Wurmfortsatz der Justizverwaltung“ bezeichnet und damit Dr. Armin Jäger, Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern, auf den Plan gerufen. Der zeigt nicht nur, das man mit Verweis auf die DDR so ziemlich alles schönreden kann, er liefert in Zusammenarbeit mit MVregio auch ein anschauliches Beispiel für die Unabhängigkeit der Medien:

Justiz in M-V ist unabhängig – LINKE Kritik ist unverschämt
08.01.2010: Schwerin/MVregio Der rechtspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Dr. Armin Jäger, hat die Behauptung der LINKEN, dass die Justiz lediglich Wurmfortsatz der Justizverwaltung sei, als unverschämt zurückgewiesen.

„Wieder einmal wird deutlich, dass die LINKE noch längst nicht im demokratischen Rechtsstaat angekommen ist. Vielleicht war die Justiz in der DDR der Wurmfortsatz der Verwaltung. Sicher war sie dort aber ein wichtiges Instrument zur Stabilisierung des Unrechtsstaates. In der Bundesrepublik Deutschland und damit auch in Mecklenburg-Vorpommern ist die Justiz dagegen unabhängig. Auf diese Unabhängigkeit können wir gerade im Jahr 20 der Deutschen Einheit sehr stolz sein. Sie sichert die Gewaltenteilung und schützt den Bürger.

Eine weitere Stärkung dieser Unabhängigkeit der Justiz erfolgte durch die Große Koalition zuletzt mit der Verabschiedung des Gesetzes zur Neuordnung des Beamtenrechts. Im Dezember 2009 hatte der Landtag beschlossen, den Generalstaatsanwalt aus dem Kreis der politischen Beamten herauszunehmen. Er kann nun nicht mehr durch den Ministerpräsidenten in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden.

Die LINKE sollte die Realitäten im Land zur Kenntnis nehmen und anerkennen, dass wir die Zeiten einer gelenkten Justiz, die es in 40 Jahren DDR gegeben hat, glücklicherweise hinter uns gelassen haben“, so Dr. Armin Jäger.

MVregio Landesdienst mv/sn“

Danke Armin, danke MVregio!

Thomas-Schulz-Gedenkdemo am 03.04.

Ist zwar noch eine Weile hin, aber da es schön wäre nicht nur Menschen aus NRW bei dieser Demo zu haben, kann mit der Mobilisierung ja nicht früh genug begonnen werden – also schön weiter verbreiten:
Schulz2010
Vor nunmehr fünf Jahren wurde der Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz mitten in der belebten Dortmunder Innenstadt von einem jugendlichen Neonazi brutal niedergestochen. Thomas erlag wenig später seinen Verletzungen. Auch in diesem Jahr werden wir wieder lautstark und eindringlich darauf hinweisen, dass es in Dortmund ein massives Problem mit Neonazis gibt und abermals werden wir die gesellschaftlichen Verhältnisse fokussieren, die Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie und andere Scheußlichkeiten täglich aufs Neue reproduzieren. Wir wollen Thomas und allen anderen Opfern extrem rechter Gewalt gedenken und unseren Protest gegen kapitalistische Verwertungslogik, nationales Zwangskollektiv und gesellschaftliche Gewaltverhältnisse auf die Straße tragen.

Wie jedes Jahr rufen wir deshalb zur antifaschistischen Thomas-Schulz-Gedenkdemonstration in Dortmund auf!

Den ganzen Aufruf lesen. Weiteres Material gibt es hier.

Kommt zur antifaschistischen Demonstration:
03.04.2010 | 16:00 h | Dortmund | Hauptbahnhof (Vorplatz)
No-go-areas für Nazis erkämpfen!
Deutschland in den Rücken fallen!
Für eine starke antifaschistische Jugendkultur!

Achtet auf Ankündigungen!
http://antifaunion.blogsport.de & http://aid.blogsport.de

Geht national auch normal?

Buchvorstellung und Diskussion mit der »Projektgruppe Nationalismuskritik« (Frankfurt/Main) und INEX (Leipzig)
INEX2010
Wie normal ist Deutschland als Nation? Ist es Schnee von gestern, noch nach Kontinuitäten des Nationalsozialismus zu suchen? Oder relativiert man dadurch die Shoah? Ist Deutschland ein rassistischer Staat? Oder eine vor allem kapitalistischen Gesetzen gehorchende Nation wie alle anderen auch? Lohnt es also noch, Deutschland als deutsche Nation zu kritisieren? Oder verstellt man damit den Blick für kapitalistische Realitäten? Kann eine Nation überhaupt normal sein, kann Deutschland normal sein? Bücher, Diskussionsveranstaltungen, Demoaufrufe, Zeitschriftentexte, Redebeiträge und Flyer des Jahres 2009 haben gezeigt: das Thema scheint die radikale Linke zu beschäftigen.
Die »Projektgruppe Nationalismuskritik« hat dazu kürzlich unter dem Titel »Irrsinn der Normalität – Aspekte der Reartikulation des deutschen Nationalismus« einen Sammelband herausgebracht. INEX hat die Herausgeber/-innen nach Leipzig eingeladen, ihr Buch zu präsentieren und ins Gespräch über die Normalität Deutschlands zu kommen. Die Buchvorstellung verspricht folgendes:

Die Berliner Republik kam in den nationalen Massenzeremonien während der Fußball-WM 2006 zu sich selbst, heißt: Sie wurde als Nation normal. Seither ist der Status des »neuen« deutschen Nationalismus auf neue Weise fraglich geworden. Wie ist das Verhältnis von Kontinuität und Bruch mit einem altbekannten deutschen Nationalismus und der deutschen Geschichte zu denken, wie die Vermittlung von allgemeinen und besonderen Bestimmungen der deutschen Nation im 21. Jahrhundert?
Die These der Projektgruppe Nationalismuskritik lautet, dass das Normalitätspostulat selbst als ideologisches Grundmotiv des »neuen« Nationalismus zu dechiffrieren ist. Seine Genese gilt es zu begreifen. Das Buch versammelt dem gemäß Beiträge, die aus verschiedenen Perspektiven Aspekte der Konstitution des gegenwärtigen Nationalismus behandeln.

Es soll allerdings nicht nur bei der Präsentation des Bandes bleiben. INEX will bei dieser Gelegenheit mit den Vertreter/-innen der Projektgruppe und dem Publikum diskutieren, was »neu« ist am Nationalismus der Berliner Republik. Es geht darum, die im Zusammenhang der Kritik an den Wendefeierlichkeiten in Gang gekommenen Diskussionen weiterzuführen. Die Fragen sind gestellt, einfache Antworten wird es nicht geben. Umso notwendiger braucht es die Auseinandersetzung. Diese Veranstaltung ist ein weiterer Versuch, sie voranzubringen.

Mittwoch, 6. Januar 2010, 19 Uhr
Conne Island, Koburger Str. 3, Leipzig